Maltas off-shore detention centres: Geflüchtete und Migrant*innen auf Touristenschiffen zwischen Quarantänestation und schwimmendem Gefängnis

Von Katharina Kretzler und Marco Preuß


Inhalt:

1. Einleitung und Herleitung der Forschungsfrage

2. Literaturdiskussion

3. Methode

4. Sample/ Material/ Korpus

5. Analyse

5.1. Darstellung und Benennung der Geflüchteten

5.2. Verantwortung und Solidarität

5.3. Unterbringung

5.4. Gesundheit und Sicherheit

5.5. Kosten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis


1. Einleitung und Herleitung der Forschungsfrage

Die COVID-19-Pandemie beschäftigt unsere Welt seit über einem Jahr und hat weitgreifende Folgen auf das Leben der Menschheit. Für unser Forschungsprojekt hatten wir besonderes Interesse, uns näher mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Leben von und den Umgang mit Geflüchteten und Migrant*innen zu beschäftigen. Es wurde vorgegeben, dass wir uns mit dem Land Malta befassen sollten und bei der Recherche erfuhren wir von den “off-shore detention centres”, die Ende Mai bis Anfang Juni 2020 in Malta existierten. Diese bestanden aus Touristenschiffen, die außerhalb des nationalen Gewässers ankerten und auf denen die 425 Geflüchteten und Migrant*innen, die während dieser Zeit kamen, untergebracht wurden. Wir haben uns dafür interessiert, wie diese Entscheidung durch die momentane Krisensituation beeinflusst wurde und wie sie den Diskurs zu vorhandenen Machtstrukturen verändert. Wir entschieden uns, mit Online-Zeitungsartikeln zu arbeiten, da diese für uns gut zugänglich waren, eine wichtige Informationsquelle darstellen und somit prägend für die Diskussionen der Gesellschaft sind. Insofern konnten wir uns auch den öffentlichen Diskurs näher anschauen und die dort vorhandenen Machtstrukturen. Nach diesen Recherchen hat sich unsere Forschungsfrage herauskristallisiert und lautet dementsprechend: Inwiefern reproduziert oder verändert der Diskurs zu off-shore detention centres in maltesischen Medien (Online Zeitungsartikel) vorhandene Machtstrukturen?

2. Literaturdiskussion

Biopolitics & Necropolitics: Disposable Bodies

Wichtig für unsere Recherche sind die Fachbegriffe biopolitics und necropolitics. Michel Foucault erarbeitete das Konzept biopolitics. Das Konzept beschreibt, inwiefern staatliche Regierungen Kontrolle über die Gesellschaft halten können. Speziell daran ist, dass diese Kontrollmechanismen über das Leben und den Körper der Bevölkerung ausgeübt werden (Davies et al 2017, S. 1267). Foucault sieht hier einen Wandel in der Ausübung der Macht in der westlichen Welt, der sich darauf fokussiert, die Prozesse des Lebens zu kontrollieren anstatt die des Todes (Davies et al 2017, S. 1267). Dieses wird auch deutlich in seiner Umwandlung des mittelalterlichen Spruches “making die and letting live” zu “making live and letting die” (Davies et al 2017, S. 1268). Bemerkenswert ist dabei die subtilere Übermittlung der Macht, da die Menschen heute nicht mehr öffentlich zum Tode verurteilt werden. Stattdessen wird heute die Kontrolle vor allem durch Überwachung und Regulierung ausgeübt, die dennoch lebenslange und weitgreifende Folgen haben kann.

Achille Mbembe setzt sich auch mit diesem Thema auseinander und beschreibt eine alternative Form biopolitics, nämlich necropolitics (Mbembe 2003). Necropolitics befasst sich in diesem Sinne mehr mit dem zweiten Teil des Spruches, das “letting die” oder “sterben lassen” und somit der Kontrolle über den Tod, die Macht zu töten und Menschen in sogenannten death worlds oder toten Welten zu halten (Dragos 2020). Diese death worlds werden gestaltet, indem der Mensch am Leben gehalten wird, jedoch in einem konstanten Zustand der Verletzung (Mbembe 2003, S. 21). Auch für diesen Zustand ist die Möglichkeit der Überwachung sehr wichtig. Diesbezüglich wird der Begriff disposable bodies oder entbehrliche Körper relevant, die in death worlds situiert sind und den Machthabern der Gesellschaft gegenüber als auswechselbar empfunden werden (Dragos 2020). Mbembe bezieht sich auch auf die kolonialen und rassistischen Strukturen, die bei der eurozentrischen Theorie Foucaults biopolitics nicht ausgearbeitet sind (Davies et al 2017, S. 1268).

Floating Islands: Off-Shore Detention Centres

Zusätzlich war der Artikel “Extra-territorial quarantine in pandemic times” für unsere Literaturecherche wichtig. In diesem beschreibt Baldacchino, wie durch die COVID-19-Pandemie nicht nur wissenschaftliche Entscheidungen im Namen der allgemeinen Sicherheit getroffen wurden, sondern auch politisch motivierte (Baldacchino 2020). Es kam zu einer Spannung zwischen Immobilität und Mobilität, die auch bei Geflüchteten und Migrant*innen markant wurde. Lubkemans Konzept der involuntary immobility oder unfreiwilliche immobilität (Lubkemann 2008) wurde besonders bei den Geflüchteten und Migrant*innen deutlich, die in 40 Tagelangen “Quarantänen” auf Touristenschiffen festgehalten wurden. Dieses Konzept wird im Kontrast zu der vermehrten Wahrnehmung von “bewegenden Migrant*innenmassen” gesehen (Lubkemann 2008). Der Begriff verweist auf die unsichtbaren Menschen, denen der Transit verweigert wird und die so für undefinierte Zeit festsitzen.

Die Schiffe, auf denen die Geflüchteten und Migrant*innen bleiben mussten, können auch als eine extremere Form von Inseln gesehen werden, die eine besondere Rolle in der Geschichte haben, da sie sich oft in extraterritorialen Gewässern befinden und dadurch mit anderen Gesetzen bestimmt werden können (Mountz 2020, Baldacchino 2020). Da die Schiffe keine richtigen Inseln sind, können sie mit zusätzlich flexiblen Gesetzen beherrscht werden (Bonnett, 2020).

Die Schiffe gestalten somit spaces of exception oder Plätze der Ausnahme. Spaces of exception erklärt Agamben als Orte, wo Regierungen während Krisensituationen zusätzliche Macht ausüben können und eine Partei als allmächtig agiert. Die individuellen Rechte der Bevölkerung und der Zugang zu einem rechtlichen Status werden im Namen der allgemeinen Sicherheit eingeschränkt. Entscheidungen und Gewalt können ohne logische Begründung und jenseits der Gesetze ausgeführt werden (Agamben 2005, S. 40). Besonders bezieht sich Agamben bei den spaces of exception auf die vielen metaphorischen Kriege, in denen es zu dauerhaften Zuständen der “Ausnahme” kommt (Thorn 2016). Ein Beispiel für ein metaphorischen Krieg wäre der amerikanische “War on Terror,” der instrumentalisiert wird, um Mitglieder der Taliban auf Guantánamo Bay ohne Gerichtsverfahren gefangen zu halten. Das kann in Zusammenhang mit creative governance oder kreative Herrschaft analysiert werden, wie Carl Schmitt erklärt: “Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet” (Schmitt 1922, S. 9). Der Souverän kann somit beurteilen, für was oder über wen anders entschieden werden darf und die Gesetze kreativ gestalten und ausüben (Baldacchino 2010, S. 114).

3. Methode

In unserem Forschungsblog wird der Frage nachgegangen, inwiefern der Diskurs zu off-shore detention centres in Malta vorhandene Machtstrukturen reproduziert oder verändert. Dabei untersuchten wir im Sinne einer Kritischen Diskursanalyse Zeitungsartikel verschiedener maltesischer Zeitungen, die im Frühjahr 2020 infolge der Errichtung dieser off-shore detention centres publiziert wurden. Für dieses Forschungsprojekt bietet sich die Kritische Diskursanalyse besonders an, da sie für sich unter anderem in Anspruch nimmt, Machtstrukturen offen zu legen und soziale Exklusionsprozesse zu skandalisieren (Bartel et al. 2008, S. 53).

Die Kritische Diskursanalyse (KDA), die von deren Begründer Siegfried Jäger als ein Konzept qualitativer Sozial- und Kulturforschung verstanden wird (Jäger 2012, S. 10) ist eng angelehnt an die Diskurstheorie Foucaults (ebd., S. 8-9). Ebenso wie bei Foucault werden in der KDA Diskurse als überindivinduelle, institutionalisierte und geregelte Redeweisen, die mit Handlungen verknüpft sind und Macht ausüben, definiert (Link 1986, S. 71). Von besonderer Bedeutung sind in diesem Kontext die Begriffe Wissen und Wahrheit, denn Wissen wird durch diskursive (z. B. Denken, Sprechen) sowie nicht diskursive Praxen (z.B. Handeln) (re)produziert und kann als Wahrheit funktionieren, wenn es hegemoniale Gültigkeit erlangt. Diskurse, in denen Wissen, Wahrheit und Macht immer in Wechselwirkung zueinander stehen, können dabei als Ergebnis und Grundlage menschlichen Handelns in einem sozio-historischen Prozess verstanden werden (Bartel et al. 2008).

Daraus ergeben sich folgende vier Fragen, die für das Forschungsprogramm der KDA zentral und somit auch für dieses Forschungsprojekt richtungsweisend sind (Jäger 2001, S. 81):

1. Was ist jeweils gültiges Wissen?

2. Wie kommt gültiges Wissen zustande, wie wird es reproduziert und weitergegeben?

3. Welche Funktion hat es für die Konstituierung von Subjekten und Gesellschaft?

4. Welche Auswirkungen hat das Wissen für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung?

Da der gesamtgesellschaftliche Diskurs aber ein unübersichtliches und komplexes Phänomen ist, hat die KDA Strukturkategorien entwickelt, die einen empirischen Zugang auf das Phänomen Diskurs erst ermöglichen (Bartel et al. 2008, S. 56). Diese Strukturkategorien sind (ebd., S.57-58):

– Die Diskursebene (z.B. Medien, Alltag, Politik, Medizin, Sport, etc.)

– Die Diskursstränge, die eine inhaltliche Differenzierung ermöglichen

– Die Diskursfragmente (Texte oder Textteile, die sich auf ein Thema beziehen)

– Diskursive Ereignisse (spezifische Ereignisse die für einen Diskurs von besonderer Bedeutung sind)

– Die Diskursposition, die angibt, aus welcher Position am Diskurs teilgenommen wird und besonders für die Analyse einzelner Diskursbeiträge hilfreich ist

Die für dieses Forschungsprojekt relevanten Kategorien werden im Folgenden kurz aufgezeigt. Unsere Forschungsfrage soll vor allem auf der medialen Diskursebene, genauer auf der Ebene von (Online-)Zeitungsartikeln beantwortet werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass eine Diskursebene nie für sich alleine steht, sondern immer mit anderen Diskursebenen verknüpft ist. Wie sich später zeigen wird, lässt sich die mediale Ebene in unserem Forschungsprojekt nämlich nicht von der politischen Ebene trennen, da die mediale Berichterstattung stark abhängig ist von Entscheidungen und Positionen politischer Akteure. Der Diskursstrang, also der spezifische Themenbereich unseres Forschungsprojekts sind die off-shore detention centres, die sich dem übergeordneten Themenkomplex Migration und Einwanderung (in die EU) zuordnen lassen. Die Diskursfragmente bestehen in unserem Fall in den ausgewählten Zeitungsartikeln verschiedener maltesischer Zeitungen. Das diskursive Ereignis, auf das wir uns beziehen, ist die Errichtung der off-shore detention centres, die mit den aufgrund der Corona-Pandemie geschlossenen Häfen begründet wurde. Da sich die Diskursposition in der jeweils eingenommenen weltanschaulichen bzw. ideologischen Orientierung ausdrückt (Bartel et al. 2008, 58), haben wir in unsere Analyse sowohl Artikel eher konservativer Zeitungen (Times of Malta, The Malta Independent) als auch Artikel einer politisch eher links ausgerichteten Zeitung (Malta Today) einbezogen, um die Diskurspositionen möglichst umfassend abzudecken.

Diese Strukturkategorien sind für die KDA zwar notwendig, aber noch nicht ausreichend, denn:

Neben der strukturellen Perspektive, die Kategorien wie Strang, Ebene oder Position anbietet und damit eine Binnenstruktur der Diskurse schafft, ist es wichtig, auch die zeitliche Perspektive zu beachten. Diskurse verlaufen, sie haben eine Vergangenheit, eine Gegenwart und sie schreiben sich in die Zukunft fort. Die vollständige Untersuchung eines Diskurs(strang)es ist demzufolge immer auch diachron, entlang einer Zeitachse, ausgerichtet (Bartel et al. 2008, S.58).

Die Zeitachse entlang derer unser Diskurs untersucht wird, beginnt im April 2020 mit der Errichtung der off-shore detention centres und endet im Juli, nachdem alle Geflüchteten in Malta an Land gehen durften.

4. Sample/Material/Korpus

Die empirische Grundlage für dieses Forschungsprojekt bilden online erschienene Zeitungsartikel, die zwischen dem 29.04.2020 und dem 06.07.2020 in den maltesischen Zeitungen Times of Malta, The Malta Independent und Malta Today erschienen sind. Der Untersuchungszeitraum beginnt mit der ersten Berichterstattung über die Errichtung der off-shore detention centres, dem interessierenden diskursiven Ereignis, und endet Anfang Juli, da nach diesem Zeitpunkt in keiner der Zeitungen weitere Artikel zu dieser Thematik erschienen sind. Voraussetzung für die Auswahl der Zeitungen war, dass diese in englischer Sprache erschienen sind. Relevant für die Auswahl der Zeitungen war zudem deren politische Ausrichtung, sodass verschiedene Diskurspositionen dargestellt werden können. Im Untersuchungszeitraum erschienen in der linksliberal [1] ausgerichteten Zeitung Malta Today insgesamt 43 Artikel, die sich mit dem gewählten diskursiven Ereignis befassen, während in der konservativ ausgerichteten Zeitung Times of Malta nur 14 Artikel erschienen. Aufgrund dieses Ungleichgewichts zu Ungunsten des konservativen Spektrums wurde zusätzlich die liberal-konservative Zeitung The Malta Independent hinzugezogen, um für die jeweilige diskursive Position auf eine vergleichbare Materialgrundlage zurückgreifen zu können. Nach Durchsicht aller Artikel wurde aufgrund der großen inhaltlichen Überschneidungen und Dopplungen für beide diskursive Positionen ein Sample mit 15-20 exemplarischen Artikeln erstellt, die im Folgenden genauer untersucht werden.

Da für die endgültige Materialgrundlage alle in dem festgelegten Untersuchungszeitraum erschienenen Zeitungsartikel zu dem interessierenden diskursiven Ereignis einbezogen wurden und auch auf eine umfassende Abdeckung der Diskurspositionen geachtet wurde, ist zumindest für den Diskurs in den englischsprachigen maltesischen Zeitungen von einer qualitativen Vollständigkeit auszugehen.

5. Analyse

Im folgenden Abschnitt werden die Ergebnisse der Analyse der verschiedenen Diskurspositionen dargestellt und anschließend miteinander verglichen. Bei der Analyse der exemplarischen Artikel konnten folgende fünf Themenbereiche herausgearbeitet werden, die für den Diskurs zu den maltesischen off-shore detention centres von besonderer Bedeutung sind:

– Darstellung und Benennung der Geflüchteten

– Verantwortung und Solidarität

– Unterbringung

– Gesundheit und Sicherheit

– Kosten

5.1. Darstellung und Benennung der Geflüchteten

In der Zeitung Malta Today konnten bei der Analyse der 17 exemplarischen Artikel für die Benennung der Personen, die sich an Bord der Schiffe befanden, vier verschiedene Bezeichnungen ausgemacht werden: migrants (177), immigrants (4), refugee (15) und asylum seeker/asylum-seeker (7). [2]

Auch in den konservativ ausgerichteten Zeitungen Times of Malta und Malta Independent wurde am häufigsten das Wort migrant verwendet (89), dazu außerdem asylum seekers (8), immigrants (6), refugees (1), und prisoners (1).

Deutlich wird, dass in der großen Mehrzahl der Fälle auf die Bezeichnung migrant zurückgegriffen wird. Oft wird angenommen, dass diese Begriffe synonym und somit austauschbar seien. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass eine Differenzierung der Begriffe notwendig ist, denn während Migrant*innen vorrangig Menschen bezeichnet, die mehr oder wenig freiwillig aus wirtschaftlichen, politischen oder Sicherheitsgründen an einen anderen Ort ziehen, sind Geflüchtete durch bestimmte äußere Einflüsse (z.B. Krieg, Gewalt, Verfolgung im Heimatland) zur Flucht gezwungen und stehen unter dem Schutz der internationalen Flüchtlingskonvention und haben somit einen besonderen rechtlichen Status. Solange einem Menschen der Status als Flüchtling noch nicht formell zugesprochen wurde, gilt er*sie als Asylsuchende*r und steht unter dem Schutz der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die in Artikel 14 besagt, dass jeder Mensch das Recht hat, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen (UN-Generalversammlung 1948). Es ist davon auszugehen, dass den Autor*innen der Artikel zum Zeitpunkt der Berichterstattung keine Kenntnisse über die Fluchtursachen der Menschen vorlagen. Die fast ausschließliche Verwendung des Begriffs migrant berücksichtigt aber eine mögliche besondere Schutzbedürftigkeit der auf den Booten festgehaltenen Menschen nicht in ausreichendem Maße. Zudem wird so verschleiert, dass diesen Menschen das Recht, einen Asylantrag zu stellen, zusteht.

Zwar wird in der Zeitung Malta Today deutlich häufiger der Begriff refugee verwendet als in den anderen beiden Zeitungen und somit zumindest teilweise der oben beschriebene besondere rechtliche Status, der den Menschen auf den Booten möglicherweise zusteht, aufgegriffen, dennoch wird auch in der Zeitung Malta Today zumeist und vereinheitlichend von migrants geprochen, weshalb diesem Unterschied keine allzu hohe Relevanz beizumessen ist.

Wenn wie in einem solchen Fall ein Mangel an Informationen herrscht, bietet es sich an, von Geflüchteten und Migrant*innen [3] zu sprechen, da somit alle Menschen eingeschlossen werden.

Die insgesamt wenig differenzierte Verwendung der verschiedenen Begriffe unterscheidet sich also kaum in den beiden diskursiven Positionen und überrascht in der linksliberalen Zeitung Malta Today mehr als in den konservativ ausgerichteten Times of Malta und Malta Independent. Es wird jedoch deutlich, wie durch die Verwendung bestimmter Bezeichnungen in einem Diskurs einer Personengruppe bestimmte Rechte an- oder aberkannt und ihnen somit im Diskurs eine spezifische Position zugewiesen wird.

Ein großer Unterschied zwischen den verschiedenen Zeitungen wird jedoch in der absoluten Anzahl der Nennungen der Geflüchteten und Migrant*innen deutlich: in der linksliberalen Malta Today (203 Nennungen) wird diese Personengruppe insgesamt fast doppelt so häufig genannt wie in den beiden anderen Zeitungen (105 Nennungen), obwohl das zugrunde liegende Sample der Zeitungen ähnlich groß ist. Die betroffenen Menschen stehen also in der Malta Today deutlich mehr im Zentrum der Berichterstattung und nehmen in dieser diskursiven Position eine wesentlich wichtigere Rolle ein.

Auffallend ist zudem, dass die Geflüchteten und Migrant*innen in beiden diskursiven Positionen bis auf wenige Ausnahmen stets als homogene Gruppe dargestellt werden, die nicht weiter differenziert wird. Dieses Phänomen, das in der Psychologie Fremdgruppenhomogenität genannt wird, ist problematisch, da es dazu verleitet, sich bei der Einschätzung von einzelnen Personen vor allem auf Stereotype zu beziehen (Fetz 2018). Auch in dieser Hinsicht erscheint daher die oben beschriebene Benennung der Menschen auf den Booten als migrants problematisch, da ihnen allen unabhängig ihrer individuellen Herkunftsgeschichte die zugehörigen Stereotype (Freiwilligkeit der Flucht, “Wirtschaftsmigrant”) zugeschrieben werden.

Von dieser homogenisierenden Darstellung gibt es lediglich zwei Ausnahmen: erstens werden Frauen, Kinder und Verletzte von der homogenen (männlichen) Gruppe differenziert, da diese nicht auf den Booten bleiben mussten, sondern an Land gebracht wurden und zweitens wird in einem Artikel das maltesische Ministerium zitiert, das die Herkunftsländer der Geflüchteten und Migrant*innen differenziert, jedoch nur um diesen Menschen die Rechtmäßigkeit ihrer Flucht abzusprechen, da sie ja aus Ländern stammten, die als “sichere Herkunftsstaaten” (Sansone 2020d) gelten.

Nicht nur hier, sondern auch wenn der maltesische Premierminister Robert Abela von “illegalen” (Calleja 2020) oder “irregulären” (Costa 2020a) Migrant*innen spricht, lässt sich leicht der Bezug zu Foucaults biopolitics herstellen, da die maltesische Regierung ihre machtvolle Position gezielt nutzt, um die Geflüchteten und Migrant*innen zu diskreditieren um somit die Kontrolle über ihre Narrative und die Situation zu behalten.

Deutlich wird, wie die maltesische Regierung systematisch versucht, den Diskurs zu ihren Gunsten zu beeinflussen, indem sie vorhandene Machtstrukturen reproduziert.

5.2. Verantwortung und Solidarität

Eine weitere wichtige Thematik in den Artikeln der Zeitungen ist, wer für die Geflüchteten und Migrant*innen und ihre Unterbringung verantwortlich sein sollte. Das wird von den verschiedenen Akteuren anders gesehen und argumentiert. Die häufigsten erwähnten Akteure in der liberaleren Zeitung Malta Today sind die die Politiker*innen der Regierung Maltas (54), dann die EU (52) und verschiedene NGOs und internationale Organisationen (20). In den konservativ ausgerichteten Zeitungen ist es ähnlich, die Politiker*innen der Regierung werden am häufigsten erwähnt (62), gefolgt von der EU (46) und an letzter Stelle die NGOs und internationale Organisationen (31). Besonders stark wird in allen Zeitungen die Meinung der Regierung Maltas wiedergegeben, die sich bezüglich der Pflichten der EU äußert. Dafür übernehmen die Zeitungen viele direkte Zitate des Premierministers Robert Abela.

Der Diskurs der Regierung zeigt klare Kontroversen zur EU auf. Einerseits steht auf einem Poster, das an dem ersten Captain Morgan Boot mit Geflüchteten und Migrant*innen hängt, groß “europäische Solidarität,” andererseits wird in dem gleichen Artikel von Times of Malta auch ein Kriegs-Metapher für die Beziehung benutzt. Der Autor schreibt, dass die Regierung Maltas

“throws down the gauntlet to the EU,” also die EU “zum Kampf auffordert” (Cacciottolo 2020). Diese Metapher verdeutlicht die mehrheitliche Meinung der Regierung Maltas, die sich von der EU im Stich gelassen sieht und sich jetzt der EU entgegenstellen muss. Die Metapher weist darauf hin, dass eine Kooperation schwierig ist und das zentrale Thema ein Konflikt zwischen der EU und Malta ist. In dem Konflikt geht es darum, Macht in der Migrationskrise zu gewinnen.

Die Geflüchteten und Migrant*innen werden von dem Premierminister als eine “gigantische Krise des Menschenhandels” in der EU geschildert, für die Malta weder die notwendigen Ressourcen hat noch die Verantwortung trägt (Cacciottolo 2020). Vertreter*innen der Regierung teilten der Zeitung mit: “Wir finden nie europäische Staaten, die uns helfen […] zumindest sind die Migranten nicht auf einem wackligen Schlauchboot, das bald untergeht” (Xuereb 2020a). Malta wird als heroischer Retter dargestellt, da sie als kleines Land Hilfe leisten und Europa in diesem Diskurs dämonisiert. Der Schwerpunkt der maltesischen Regierung liegt hier nicht auf dem Leben oder der Würde der Geflüchteten und Migrant*innen, sondern darauf, Malta in ein besseres Licht zu rücken und ihre Vortrefflichkeit im Vergleich zu der EU hervorzuheben. Eine weitere Metapher, die die Beziehung zwischen der Regierung und der EU zeigt, wird auch in der liberal ausgerichteten Zeitung Malta Today benutzt. Sie schreibt: “Malta kämpft mit harten Bandagen gegen die EU” (Vella 2020a) [4]. Die Geflüchteten und Migrant*innen sind Gegenstand des Kampfes zwischen der EU und Malta, aber es geht nicht darum das Leben der Geflüchteten und Migrant*innen zu retten, sondern die politische Oberhand zu bewahren. Der Gewinner des Kampfes muss möglichst wenig Verantwortung für die Geflüchteten und Migrant*innen übernehmen.

In diesem Machtkampf wird die Kontrolle über das Leben der Geflüchteten und Migrant*innen erlangt. Die Zeitungsquellen verdeutlichen, dass die maltesische Regierung entscheidet, ob und wie die Rettung der Geflüchteten und Migrant*innen verläuft. Somit liegt das Leben der Geflüchteten und Migrant*innen in der Hand der Regierung und diese Ausübung der Macht durch Kontrolle eines Menschenlebens kann als biopolitics definiert werden (Davies et al 2017, S. 1267). Zudem agiert die maltesische Regierung als erbarmende Kraft, die die Geflüchteten und Migrant*innen vor dem Tod retten kann. Die zusätzliche Dynamik der Hautfarbe und dem Hintergrund, weist auf postkoloniale und rassistische Strukturen hin. Zusammengenommen zeigt sich, dass es sich hier um necropolitics handelt, da nicht nur mit Kontrolle über das Leben der Geflüchteten und Migrant*innen gearbeitet wird, sondern auch mit der Balance zwischen dem Leben und Tod (Mbembe 2003).

Da die Regierung droht, die Geflüchteten und Migrant*innen erst wieder an Land zu lassen, wenn ein Abkommen mit der EU erreicht wird, werden die Geflüchteten und Migrant*innen als Verhandlungsobjekte benutzt, um den Willen Maltas durchzusetzen. Diese Objektivierung zeigt, dass die Geflüchteten und Migrant*innen als disposable bodies auf offener See gelassen werden und nur Wert erwerben durch ihre Rolle in den Verhandlungen (Dragos 2020).

Die Regierung benutzt die außerordentliche Situation der COVID-19-Pandemie als Anlass, um die Geflüchteten und Migrant*innen für längere Zeit auf Schiffen unterzubringen, da sie der Gesundheit der Bevölkerung schaden könnten. Mit den off-shore detention centres versuchen sie dann, die Machtdynamiken zwischen ihnen und der EU zu verändern, da sie glauben jetzt durch neue Verhandlungen ihren Willen erreichen zu können. Die Lage dient dazu, den Diskurs zu reproduzieren, dass die EU Malta weiterhin im Stich lässt und Malta sich aus diesem Grund mehr als ausreichend um die Geflüchteten und Migrant*innen kümmert.

Die EU selbst wird zwar in dem Diskurs der Zeitungen oft erwähnt, aber mehrheitlich werden die Meinungen der maltesischen Regierung oder die Meinungen der NGOs zu der Verhaltensweise der EU während der Krise wiedergegeben. Diese beschreiben, was die EU machen sollte, um die Situation zu verbessern, aber es gibt wenige direkte Aussagen oder Zitationen von Berichten der EU. So wird die EU als passiver Akteur dargestellt, der sich nicht genug um die Krise kümmert.

Ein letzter Akteur, der in mehreren Artikeln dargestellt wird, sind NGOs und internationale Organisationen. Zwar ist ihr Diskurs nicht so präsent wie der der Regierung, dennoch spielen sie eine aktivere Rolle als die EU. Nach einem Tweet der Organisation Alarm Phone über die gefährliche Lage auf den Freizeitbooten wurde in allen drei Zeitungen ein Artikel veröffentlicht, der mehrheitlich aus Zitaten von Aussagen der UNHCR, International Organisation for Migration (IOM) und Human Rights Watch (HRW) besteht. Diese zeigen ein anderes Bild als die Informationsquellen der Regierung, wo oft direkte Zitate aus Interviews geschildert werden. UNHCR und IOM ermahnen Malta, aber rufen auch zu Solidarität auf. Sie äußern sich verständnisvoll gegenüber Malta als Land, das relativ zu seiner Größe viele Geflüchteten und Migrant*innen beherbergt, aber betonen, dass es Teil des internationalen Rechts sei, Geflüchtete und Migrant*innen in Gefahr ohne Verzögerungen an Land zu bringen. Zusätzlich erwähnen sie, dass Europa sich solidarisch Malta gegenüber zeigen und einen langfristigen Plan entwickeln muss für die Aufnahme der Geflüchteten und Migrant*innen.

HRW zeigt sich hingegen kritischer gegenüber Malta und berichtet, dass die COVID-19-Pandemie und langfristige Beschwerden der Regierung keine Ausrede sein für ihr “schändliches Verhalten” (Carabott 2020) [5]. Zusätzlich bestehen sie darauf, dass die Geflüchteten und Migrant*innen von den Freizeitschiffen gehen können. Die NGOs und internationale Organisationen werden zwar nur bedingt in dem Inhalt der Zeitungen vertreten, dennoch sind auch die Zeitungen der Meinung, dass die Verantwortung geteilt werden muss zwischen Malta und der EU und in erster Linie das Leben der Geflüchteten und Migrant*innen stehen sollte. Dadurch können sie die vorhandenen Machtstrukturen, die von der maltesischen Regierung vertreten werden, hinterfragen, und versuchen den Diskurs auf das Wohl der Geflüchteten und Migrant*innen zu lenken. Sie kämpfen entsprechend auch gegen die Meinung, dass es sich bei den Geflüchteten und Migrant*innen um disposable bodies handelt, die man in death worlds zurücklassen kann (Dragos 2020; Mbembe 2003, S. 21). Die Erwähnung der HRW von den emotionalen Zuständen der Geflüchteten und Migrant*innen zeigt zusätzlich, dass dieser necropolitische Umgang Folgen hat, die von der Gesellschaft nicht unbemerkt bleiben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Verantwortung für die Geflüchteten und Migrant*innen ein wichtiges Thema in den Zeitungen ist. Die Verantwortung wird aber meistens von der maltesischen Regierung an jemanden anderen weitergegeben. Somit bleibt das Hauptthema nicht die Gesundheit der Geflüchteten und Migrant*innen, sondern politische Machtverhältnisse. Die Regierung versucht die Opferrolle einzunehmen und lenkt dadurch die Aufmerksamkeit auf ihre Probleme und nicht auf die Schwierigkeiten der Geflüchteten und Migrant*innen. Dass auch über das Leben der Geflüchteten und Migrant*innen verhandelt wird und Verantwortung übernommen werden muss, lässt die Geflüchteten und Migrant*innen als passive Gegenstände erscheinen. Dies verdeutlicht die biopolitische und necropolitische Lage.

5.3. Unterbringung

In der großen Mehrzahl der Artikel aller Zeitungen wird die Unterbringung der Geflüchteten und Migrant*innen auf den Booten thematisiert. Deutlich wird, dass die Boote, die der Flotte des kommerziellen Anbieters Captain Morgan entstammen, nicht für eine längerfristige Unterbringung von Menschen geeignet sind (Cacciottolo 2020). Die Boote werden zumeist als Vergnügungsschiffe spezifiziert, auf denen Tourist*innen sonst Parties feiern oder kurze Ausfahrten in Küstennähe unternehmen. Diesen Schiffen fehlt einerseits die notwendige Ausstattung, um eine große Anzahl an Menschen über mehrere Wochen unterzubringen, andererseits dürfen diese Schiffe normalerweise nur bei gutem Wetter fahren und sich nicht weiter als drei Seemeilen vom Land und dem nächsten Hafen entfernen (Agius 2020a).

Im Fall der maltesischen off-shore detention centres befanden sich diese Boote jedoch 13 Seemeilen vor der Küste Maltas und somit genau außerhalb des maltesischen Hoheitsgewässers. Die Geflüchteten und Migrant*innen waren dort über mehrere Wochen den widrigen Wetterbedingungen ausgesetzt, obwohl diese Schiffe dafür nicht geeignet waren. Von besonderer Bedeutung erscheint auch die Positionierung der Boote genau außerhalb des maltesischen Hoheitsgewässers, die in Malta Today 32-mal und in Times of Malta und Malta Independent 28-mal thematisiert wurde.

Abbildung 1: Positionierung der Atlantis, in Grau die Grenze des maltesischen Hoheitsgewässers (Xuereb 2020c)

Wie Abbildung 1 zeigt, sind die Schiffe also genau außerhalb des Gebietes positioniert, in dem Malta volle Souveränität ausübt und das zum maltesischen Staatsgebiet gehört, da die rechtliche Flexibilität auf diesen floating islands außerhalb territorialer Gewässer nochmal deutlich erhöht ist (Baldacchino 2020). Ganz im Sinne Agambens (2005) können die maltesischen off-shore detention centres, die während der Corona-Pandemie errichtet wurden als spaces of exception aufgefasst werden, die mit einer creative governance regiert werden. Die “willkürliche

Einschränkung der Freiheit” der Geflüchteten und Migrant*innen habe nämlich weder eine “rechtliche Grundlage” noch einen “legitimen Zweck” (Agius 2020c). Unter gewissen Umständen, wie zum Beispiel dem Schutz der öffentlichen Gesundheit, sei es zwar möglich, gewisse Rechte einzuschränken, diese Einschränkungen müssten aber immer angemessen sein, dürften nicht diskriminierend sein und müssten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, was bei den maltesischen off-shore detention centres jedoch nicht der Fall ist.

Zudem haben die Menschen auf den Booten weder Zugang zu Anwält*innen, Übersetzer*innen oder Menschenrechtsorganisationen und somit auch keinen Zugang zu Informationen über ihren rechtlichen Status sowie die ihnen zustehenden Rechte (z.B. Recht auf Asyl) (Agius 2020b). Durch den fehlenden Zugang zu Informationen werden auch die herrschenden Machtstrukturen reproduziert oder sogar verstärkt.

Zwar wird in den Zeitungen auch der maltesische Premierminister Robert Abela zitiert, der versichert, dass die Geflüchteten und Migrant*innen “komfortabel untergebracht” (Costa 2020a) seien, aus der Gesamtheit der Analyse der Zeitungsartikel geht jedoch hervor, dass die diskursive Position der Zeitungen der Position der Regierung entgegensteht und die Art der Unterbringung sehr kritisch gesehen wird. Auch wenn die Regierung in den Zeitungen nie offen verurteilt oder angegriffen wird, wird die Position der Zeitungen deutlich, wenn sie die Schiffe als “water prisons” (“Gefängnisse auf dem Wasser”) (Agius 2020c) bezeichnen. Die Schiffe, auf denen die Geflüchteten und Migrant*innen untergebracht sind, können daher ohne weiteres als death worlds bezeichnet werden, in denen Menschen in einem Zustand der Verletzung am Leben erhalten werden (Mbembe 2003). Auch Mbembes Perspektive der disposable bodies, also der entbehrlichen Körper, die sich in diesen Welten situieren, wird hier offensichtlich, da Malta diesen Menschen nicht nur “grundlegende Menschenrechte”, sondern auch “Würde und Stimme” verwehrt (Vella 2020b).

In dieser Hinsicht entbehrt es auch nicht eines gewissen Zynismus, dass eines der Boote, auf denen die Geflüchteten und Migrant*innen festgehalten werden, Europa II heißt und somit denselben Namen trägt, wie der Kontinent, den diese Menschen zu erreichen versuchen.

5.4. Gesundheit und Sicherheit

Im Zuge der COVID-19-Pandemie schloss Malta seine Häfen und errichtete die off-shore detention centres. In allen drei Zeitungen wird berichtet, dass die maltesische Regierung weder angegeben hat, ob es sich bei der Unterbringung der Menschen auf den Booten um eine vorgeschriebene Quarantäne handelt, die die mögliche Verbreitung des Virus verhindern soll, noch ist klar, ob auf den Schiffen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der dort festgehaltenen Menschen ergriffen wurden (z.B. Testungen, Isolation von Personen mit Symptomen, Abstandsregelungen, etc.). Doch selbst, wenn die Unterbringung als Quarantäne beabsichtigt gewesen sei, ist eine Unterbringung, die länger als die in diesem Fall üblichen 14 Tage dauert, nicht zu rechtfertigen. (Agius 2020c, Carabott 2020). Da die Geflüchteten und Migrant*innen insgesamt fünf Wochen auf den Schiffen festgehalten wurden, wird deutlich, dass die Errichtung der off-shore detention centres weniger im Namen der allgemeinen Sicherheit und Gesundheit getroffen wurde, sondern vor allem politisch motiviert war. An diesem Beispiel lässt sich gut das oben beschriebene Konzept der involuntary immobility (Lubkeman 2008) verdeutlichen, das auf die unsichtbaren Menschen verweist, denen der Transit verweigert wird und die so für undefinierte Zeit festsitzen.

Interessanterweise versichert die maltesische Regierung zwar, dass die Geflüchteten und Migrant*innen auf den Booten in einem “guten Gesundheitszustand” (Sansone 2020a) seien und dass das Rote Kreuz die “notwendige medizinische Versorgung” (Vella 2020a) bereitgestellt habe, verschiedenen Teams der Malta Today und der Times of Malta, die Kontakt aufnehmen wollten, wurde jedoch der Zugang zu den Schiffen verwehrt. Das interpretieren die Zeitungen als mögliches Anzeichen für schlechte Bedingungen auf den Schiffen, die die Regierung zu verheimlichen versuchen (Martin 2020; Sansone 2020d).

Malta Today zitiert außerdem einen anonymen Informanten, der von Selbstmordversuchen, zunehmender Sorge, zunehmendem Ärger und Depressionen auf den Schiffen berichtet. Durch einen Mangel an Gesundheitsversorgung sei es auf den Schiffen zudem zu einem Ausbruch von Hautkrankheiten gekommen. Insgesamt seien die Menschen auf den Schiffen in einem “elenden” Zustand (Agius 2020c). Als Ausdruck ihrer Hoffnungslosigkeit seien einige in einen Hungerstreik gegangen, da sie die weitere Verletzung ihrer Körper als die einzig verfügbare Handlungsweise sehen, um ihrer Situation Ausdruck zu verleihen. Auch hier verweist die Regierung darauf, keine Informationen über einen möglichen Hungerstreik zu haben.

Deutlich wird, wie sehr die maltesische Regierung versucht, den Diskurs zu ihren Gunsten zu beeinflussen, während die Zeitungen, insbesondere die Malta Today, Partei für die Geflüchteten und Migrant*innen ergreifen und die Missstände aufzeigen.

Welche Machtstrukturen den Diskurs prägen wird deutlich, nachdem die Schiffe nach über fünf Wochen an Land gehen durften. Denn wie der maltesische Premierminister Robert Abela zu Protokoll gibt, war eigentlich nicht geplant, die Geflüchteten und Migrant*innen an Land zu lassen, sondern “die Stellung zu halten” bis die “Umverteilung beschlossen” sei. Zudem sei Malta aufgrund der Pandemie für die Geflüchteten und Migrant*innen kein “sicherer Ort” gewesen (Calleja 2020).

Dann jedoch sei die Situation auf den Booten “schnell eskaliert” (Costa 2020d), die Geflüchteten und Migrant*innen auf den Booten hätten Messer aus der Küche genommen, Müll angezündet und gedroht, Gasflaschen explodieren zu lassen. Der Regierung seien nur 30 Minuten geblieben, die Menschen an Land zu lassen, sonst hätten die Geflüchteten und Migrant*innen die “Kontrolle auf den Schiffen übernommen und die Crew gekidnappt” (ebd.). Es sei daher notwendig gewesen, die Crew “unverzüglich” zu retten, da diese überwiegend aus “maltesischen Staatsbürgern” bestand (ebd.).

Auch hier wird Mbembes Perspektive der disposable bodies deutlich, denn während die mehrwöchige Unterbringung der Geflüchteten und Migrant*innen auf dafür nicht geeigneten Booten mit allen oben beschriebenen Missständen kein Problem war, scheinen die Körper von maltesischen Staatsangehörigen weit weniger entbehrlich.

Außerdem findet sich hier ein weiteres Phänomen, nämlich die Darstellung der Geflüchteten und Migrant*innen als Sicherheitsrisiko, von denen eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Dieses Konzept, das im Migrationsdiskurs sehr präsent ist, wird Securitization (im Deutschen Versicherheitlichung) genannt (Huysmans 2000) [6].

5.5. Kosten

Das letzte Thema, das sehr oft aufgegriffen wird, sind die Kosten in Bezug auf die Unterbringung der Geflüchteten und Migrant*innen. Insgesamt wird das Wort Kosten in den ausgewählten Artikeln der zwei konservativen Zeitungen 15-mal erwähnt und in Malta Today 11-mal. Das Thema, wer die Kosten übernehmen sollte, wurde einen Tag, nachdem die ersten Geflüchteten und Migrant*innen auf die Schiffe gebracht wurden, von dem Premierminister Robert Abela angesprochen (Micallef 2020a). In dem gleichen Artikel von Times of Malta wird aber betont, dass die Regierung sich nicht zu der Entscheidung und Langfristigkeit der Unterbringung auf den Freizeitschiffen äußern will. Der Premierminister Abela verspricht nur, dass die EU die Kosten der Schiffe übernehmen wird und gibt dadurch ein genaueres Beispiel des Themas Verantwortung. Die Regierung gewichtet nur die Kosten als wichtige Information und weitere Mitteilungen über das Leben der Geflüchteten und Migrant*innen werden den Medien und Hilfsorganisationen verschwiegen. Das verweist nochmals auf eine biopolitische Lage. Es wird Macht über das Leben der Geflüchteten und Migrant*innen ausgeübt, in dem man die Verbreitung der Informationen über ihr Wohlbefinden auslässt (Davies et al 2017, S. 1267). Dadurch werden die Geflüchteten und Migrant*innen von der Regierung auf ihre Kosten reduziert.

Nachdem die Geflüchteten und Migrant*innen wieder Anfang Juni an Land durften, wurden die Gesamtkosten publiziert und in Malta Independent und Malta Today ausführlich berichtet. In den vorherigen Artikeln wird oft in der Zusammenfassung der Situation der Preis pro Tag pro Schiff genannt, nämlich 3,000 Euro. Dies zeigt auch, dass die Kosten der Unterbringung als wichtig in dem Diskurs gewertet wurden. Zusätzlich werden die Kosten für das Essen, Trinken, Kleidung, sanitäre Produkte, und die Schiffe die gebraucht wurden um das Material von Malta zu den Booten auf See zu bringen, beschrieben. Insgesamt kostete die Unterbringung der mehr als 400 Geflüchteten und Migrant*innen über die fünf Wochen 1.7 Millionen Euro (Unbekannter Autor 2020, 6. Juli). Eine Million wurde nur für die Sicherheitskräfte ausgegeben, da es auf jedem Boot 24/7 um die zwölf Sicherheitsleute gab (ebd.). Die Sicherheitsfirma ist die gleiche, die auch für das Empfangszentrum der Geflüchteten und Migrant*innen in Marsa zuständig ist, und wurde ausgewählt, da sie am schnellsten zur Verfügung stand (Unbekannter Autor 2020, 6. Juli). Die Regierung teilte aber auch mit, dass der Bootsverleih Captain Morgan ausgewählt wurde, weil er am günstigsten war. Das deutet darauf hin, dass die Regierung Wert auf die Sicherheit der Besatzung legt, da sie die Geflüchteten und Migrant*innen als Bedrohung wahrnimmt und mehrere kostspielige Sicherheitsleute engagiert. Aber wenn es um die Sicherheit der Geflüchteten und Migrant*innen geht, sind nur die Kosten entscheidend und nicht die Qualität der Unterbringung. Somit werden die Geflüchteten und Migrant*innen abermals als disposable bodies gesehen, bei denen auf einen möglichst geringen Aufwand für die Regierung geachtet wird und man sich nicht für das sichere Leben der Geflüchteten und Migrant*innen interessiert.

Die Firma des Bootsverleihs Captain Morgan bekam eine sehr wichtige Rolle, da die Situation untrennbar mit dem Unternehmen verknüpft ist. Somit konnten wir unsere Wahl der Artikel mit dem schon erwähnten Zeitfenster und des Stichworts Captain Morgan eingrenzen. Captain Morgan wird in den Artikeln der zwei konservativen Zeitungen auch 43-mal erwähnt und in den Artikeln von Malta Today 53-mal, da immer spezifiziert wird, dass es sich um ein Boot der Firma Captain Morgan handelt. Die Firma bekam dadurch intensive Presse und die Haltung der Geflüchteten und Migrant*innen auf den Touristenschiffen wird kommerzialisiert. Der Fokus liegt dadurch auf dem Unternehmen und nicht auf der außergewöhnlichen Lage, in der die Geflüchteten und Migrant*innen festgehalten werden. Die floating islands, auf denen die Geflüchteten und Migrant*innen für längere Zeit untergebracht waren, werden nicht deutlich als unmenschliche spaces of exception dargestellt, sondern als kommerzielle Lage (Agamben 2005). Der zentrale Diskurs um die Kosten kann dadurch die vorhandenen Machtdynamiken fortsetzen, da er weiterhin die wohlhabenden Firmen in den Vordergrund setzt und nicht die Geflüchteten und Migrant*innen.

6. Fazit

In der themenspezifischen Analyse wurde deutlich, wie verschiedene Akteure versuchen, den Diskurs zu den off-shore detention centres zu prägen und somit vorhandene Machtstrukturen reproduziert werden. Vor allem die maltesische Regierung nutzt ihre machtvolle Position gezielt, um den Diskurs positiv zu beeinflussen und somit ihr Vorgehen zu legitimieren. Auch im Nachgang ist die Regierung überzeugt, mit ihrem Handeln “ein Zeichen gesetzt” zu haben und dass sie “der EU und der internationalen Gemeinschaft gezeigt hat, dass Malta mit diesem Problem nicht allein gelassen werden kann” (Unbekannter Autor 2020, 6. Juli).

Sowohl in den regierungsnahen und konservativen Zeitungen Times of Malta und Malta Independent als auch in der linksliberalen Malta Today wird das Vorgehen der maltesischen

Regierung und die Unterbringung der Geflüchteten und Migrant*innen auf den Schiffen jedoch kritisch gesehen. Zwar wird die Regierung nicht offen angegriffen, allerdings wird Akteuren (z.B. Menschenrechtsorganisationen und anonymen Informant*innen), die sich klar entgegen der Regierung positionieren, in den Artikeln Raum gelassen.

Die Zeitungen unterscheiden sich insgesamt nur sehr geringfügig voneinander, was aufgrund ihrer unterschiedlichen politischen Ausrichtung nicht erwartet worden war. Da der Unterschied zwischen den einzelnen Zeitungen deutlich kleiner ist als der Unterschied zwischen allen Zeitungen und der Regierung, könnte man die Zeitungen sogar als eine diskursive Position zusammenfassen, die der Regierung (zumindest teilweise) entgegensteht. Somit lenken sie den Diskurs über die off-shore detention centres in eine Richtung, die den Geflüchteten und Migrant*innen etwas mehr Bedeutung schenkt.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass in den Online-Zeitungsartikeln oft dieselben Textbausteine verwendet werden und sich ähnliche oder gar identische Formulierungen und Zitate in den verschiedenen Zeitungen finden, eine Analyse der Printausgaben der Zeitungen könnte durchaus ein anderes Bild ergeben. Zudem fanden wir während der Recherche die Online-Kommentare und Editorials aufschlussreich und würden diese bei weiterer Forschung berücksichtigen. Sie deuteten darauf hin, dass dieses Thema für die maltesische Bevölkerung stark emotional aufgeladen ist und es kontroverse Meinungen bezüglich des Vorgehens der maltesischen Regierung gibt.

7. Literaturverzeichnis

Agamben, G. (2005). States of exception (K. Atell, Übers.) Chicago: University of Chicago Press.

Baldacchino, G. (2010). Island Enclaves: offshoring strategies, creative governance, and subnational island jurisdictions. Montreal: McGill-Queen’s University Press.

Baldacchino, G. (2020). Extra-territorial quarantine in pandemic times. Political geography, 85, 102302. Advance online publication. https://doi.org/10.1016/j.polgeo.2020.102302

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8. Appendix

8.1. Artikel Times of Malta

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Micallef, K. (2020a, 2. Mai). Decision to house migrants on Captain Morgan boat ‘bizarre’ – Delia. Times of Malta. https://timesofmalta.com/articles/view/decision-to-house-migrants-on-captain-morgan-boat-bizarre-delia.789560

Micallef, K. (2020b, 11. Mai). €3,000-a-day for Captain Morgan vessels to house migrants offshore. Times of Malta. https://timesofmalta.com/articles/view/captain-morgan-vessels-housing-migrants-costing-3000-each-daily.791378

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Unbekannter Autor. (2020, 26. Mai). Migrants rescued, taken to Captain Morgan vessels. Times of Malta. https://timesofmalta.com/articles/view/more-migrants-admitted-to-malta-reports.794537

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Xuereb, M. (2020b, 7. Mai). Second Captain Morgan ship leaves Sliema to house 120 rescued migrants. Times of Malta. https://timesofmalta.com/articles/view/second-captain-morgan-ship-chartered-for-120-more-migrants.790556

Xuereb, M. (2020c, 15. Mai). Larger Captain Morgan ferry deployed for rescued migrants. Times of Malta. https://timesofmalta.com/articles/view/larger-captain-morgan-ferry-deployed-for-rescued-migrants.792263

Xuereb, M. (2020d, 22. Mai). Malta rescues another 140 migrants, charters third tourist boat. Times of Malta. https://timesofmalta.com/articles/view/malta-rescues-another-140-migrants-charters-third-tourist-boat.793793

Xuereb, M. (2020e, 28. Mai). Government commissions fourth tourist boat as 425 migrants held offshore. Times of Malta. https://timesofmalta.com/articles/view/malta-commissions-fourth-tourist-boat-as-425-migrants-held-offshore.794873

8.2. Artikel Malta Independent

Camilleri, N. (2020, 7. Juni). Captain Morgan incident: Migrants stole knives, threatened to set vessel on fire – PM. Malta Independent. https://www.independent.com.mt/articles/2020-06-07/local-news/Captain-Morgan-incident-Migrants-stole-knives-threatened-to-set-vessel-on-fire-PM-6736223943

Galea, A. (2020a, 1. Mai). Using private assets for migrant rescues is not against international law – Prime Minister. Malta Independent. https://www.independent.com.mt/articles/2020-05-01/local-news/Using-private-assets-for-migrant-rescues-is-not-against-international-law-Prime-Minister-6736222667?fbclid=IwAR0m4tyr8p7whQwytI1scMGUG-oF0873CWCznpl1boXsbKsilzkYx7DarqE

Galea, A. (2020b, 8. Juni). ‘We must remember that they spent 40 days at sea’, Abela says of Captain Morgan incident. Malta Independent. https://www.independent.com.mt/articles/2020-06-08/local-news/Remember-that-they-spent-40-days-at-sea-Abela-says-of-investigation-into-Captain-Morgan-migrants-6736223987

Unbekannter Autor. (2020, 20. Mai). Migrants held on Captain Morgan boats ‘denied their basic human rights,’ NGOs say. Malta Independent. https://www.independent.com.mt/articles/2020-05-20/local-news/Migrants-held-on-Captain-Morgan-boats-denied-their-basic-human-rights-NGOs-say-6736223357

Unbekannter Autor. (2020, 6. Juli). Governments to relocate 284 migrants; holding migrants on tourist vessels cost €1.7 million. Malta Independent. https://www.independent.com.mt/articles/2020-07-06/local-news/Government-to-relocate-284-migrants-holding-migrants-on-tourist-vessels-cost-1-7-million-6736224894

8.3. Artikel Malta Today

Agius, M. (2020a, 2. Mai). UNHCR calls for sharing of responsibility for migrants as Malta standoff continues. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102069/unhcr_calls_for_sharing_of_responsibility_for_migrants_as_malta_standoff_continues#.YE5HBFVKjIV

Agius, M. (2020b, 16. Mai). NGOs write to EU Commissioner for intervention on Captain Morgan migrants. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102378/ngos_write_to_eu_commissioner_for_intervention_on_captain_morgan_migrants#.YE25GFVKjIV

Agius, M. (2020c, 22. Mai). Human Rights Watch calls for infringement proceedings over Captain Morgan ‘water prisons’. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102505/human_rights_watch_calls_for_infringement_proceedings_over_captain_morgan_water_prisons#.YE26kVVKjIV

Agius, M. (2020d, 6. Juni). All four boats carrying 425 asylum seekers to dock in Malta. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102799/captain_morgan_migrant_protest_four_boats_dock#.YE5KjVVKjIW

Azzopardi, K. (2020a, 21. Mai). Malta will not become crisis centre for migrants, foreign minister tells EU. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102493/watch_malta_will_not_become_crisis_centre_for_migrants_foreign_minister_tells_eu#.YE5IulVKjIV

Azzopardi, K. (2020b, 23. Mai). From tourist ferries to water prisons: AFM keeps press away from Captain Morgan boats. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102529/from_tourist_ferries_to_water_prisons_afm_keeps_press_away_from_captain_morgan_migrant_boats#.YE5JP1VKjIV

Calleja, L. (2020, 6. Juli). Migrants offshore detention cost €1.7m, European countries to take 284 people. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/103408/migrants_offshore_detention_cost_17m_european_countries_to_take_284_people#.YE21BFVKjIU

Costa, M. (2020a, 4. Mai). Malta PM: ports shut to migrants until EU agrees relocation. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102124/robert_abela_testifying_in_migrant_magisterial_inquiry#.YE21fVVKjIU

Costa, M. (2020b, 24. Mai). Libya, not relocation, is only real solution to migration crisis, Robert Abela says. Malta Today.

https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102532/libya_is_only_real_solution_to_migration_crisis_robert_abela_says#.YE5JwlVKjIV

Costa, M. (2020c, 25. Mai). Minister disputes NGO’s claims of hunger strike by migrants on Captain Morgan boat. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102574/minister_disputes_ngos_claims_of_hunger_strike_by_migrants_on_captain_morgan_boat#.YE5KHVVKjIV

Costa, M. (2020d, 7. Juni). Captain Morgan crew asked to be saved, migrants threatened to blow up gas cylinder – PM. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102813/captain_morgan_crew_asked_to_be_saved_migrants_threatened_to_blow_up_gas_cylinder__pm#.YE3Jf1VKjIW

Sansone, K. (2020a, 30. April). Rescued migrants to be kept on Captain Morgan vessel outside territorial waters. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102051/rescued_migrants_to_be_kept_on_captain_morgan_vessel_outside_territorial_waters#.YE3EJVVKjIV

Sansone, K. (2020b, 8. Mai). UN human rights commissioner calls for disembarkation of migrants held on ships. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102216/un_human_rights_commissioner_calls_for_disembarkation_of_migrants_held_on_ships#.YE5HrVVKjIV

Sansone, K. (2020c, 11. Mai). European Commission asks Malta for details of migrants held on ships. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102273/european_commission_asks_malta_for_details_of_migrants_held_on_ships#.YE5IEVVKjIV

Sansone, K. (2020d, 27. Mai). More migrants transferred onto Captain Morgan ships,’majority’ come from ‘safe’ countries. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102594/more_migrants_transferred_onto_captain_morgan_ships_majority_come_from_safe_countries#.YE2zKFVKjIU

Vella, M. (2020a, 2. Mai). ‘Still no solution from EU’ Malta says of talks with Brussels on migrant stand-off. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102080/still_no_solution_from_eu_malta_says_of_talks_with_brussels_on_migrant_standoff#.YE3FCVVKjIV

Vella, M. (2020b, 20. Mai). NGOs demand end to ill-treatment aboard Captain Morgan. Malta Today. https://www.maltatoday.com.mt/news/national/102475/ngos_demand_end_to_illtreatment_aboard_captain_morgan#.YE2-iVVKjIV


[1] Informationen über die politische Ausrichtung der verschiedenen Zeitungen Maltas stammen von: https://www.eurotopics.net/de/142186/medien?search=&country=146416&language=0&art=0&circulation=0&typ=2# (zuletzt abgerufen am 31.03.2020).

[2] Die Zahl in der Klammer gibt an, wie oft der Begriff im gesamten Sample verwendet wurde.

[3] Diese Bezeichnung wird daher auch in diesem Forschungsblog benutzt und zeigt damit auf kleiner Ebene, wie in Diskursen trotz fehlender Informationen ein deutlichere und spezifischere Darstellung der betreffenden Personen ermöglicht werden kann.

[4] Eigene Übersetzung, original aus dem Artikel Vella 2020a, “Malta plays hardball with the EU.”

[5] Eigene Übersetzung, original von dem Artikel Carabott 2020, “disgraceful behavior.”

[6] Für eine detaillierte Darstellung der Securitization siehe z.B. Balzacq, T. (2011). Securitization Theory: How Security Problems Emerge and Dissolve. Oxon: Routledge.; Buraczyński, R. (2015). Versicherheitlichung der Migrationspolitik. In: Die Herstellung von Sicherheit an der EU-Außengrenze. Springer VS, Wiesbaden.; Buzan, B.,Wæver, O., de Wilde, J. (1998). Security. A New Framework for Analysis. Lynne Rienner: Boulder.; Huysmans, J. (2006). The Politics of Insecurity: Fear, Migration and Asylum in the EU. London/New York: Routledge.

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